Diese Webseite verwendet Cookies, mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz.

Vereinsgeschichte

Recherchiert und zusammengetragen von Herbert Weinreich

Von der Gründung bis zum 1. Weltkrieg

Im Mai 1909 fanden sich einige junge Männer aus Vorhalle mit der Absicht zusammen, regelmäßig Sport miteinander zu treiben. Zuerst dachten sie an Faustball, aber Sportsfreunde aus Langerfeld machten ihnen klar, dass das Fußballspiel doch wesentlich reizvoller war. So gründeten sie den Sportverein Vorhalle.

Es war die Zeit, in der viele Fußballvereine in unserer Heimat entstanden. Während Turnen und Leichtathletik von den Anhängern Jahns in den Turnvereinen schon einige Jahrzehnte betrieben wurde, griff erst jetzt das Fußballspiel um sich, und zwar mit großer Ansteckungswirkung.

Die Gründung fiel in die kaiserliche Zeit, die oft die gute alte Zeit genannt wird Gewiss war unseren Vorfahren viele Jahrzehnte lang der Frieden bewahrt geblieben, aber Rechte und Besitztümer waren unter der Bevölkerung doch sehr ungerecht verteilt. Die Arbeitszeit war lang, die Eisenbahner mussten mehr als heute sonntags arbeiten. Der Verdienst war sehr bescheiden. Von den Grundbesitzern und Unternehmern zeigten nur wenige Verständnis.Aber von ihrem entgegenkommen waren unsere Sportler abhängig. Die Chronik berichtet davon, dass sie wegen Geldmangel sogar zu Fuß zu einem Fußballspiel nach Lüdenscheid gegangen sind. Es ist kaum auszudenken, wie sie die Sportkleidung und Bälle aufgetrieben haben.

Gespielt wurde auf einer Wiese in Brockhausen, die zum Besitz des Gutes Werdringen gehörte. Sie erwies sich doch bald als unzulänglich. Die Gemeindevertretung Vorhalle kam den Wünschen der Fußballer entgegen und erwarb für 18 000 Reichsmark ein Gelände an der Ophauser Straße gegenüber der damaligen Ost - Schule. Unter Mitarbeit der Vereinsmitglieder entstand quer zur Straße ein für damalige Verhältnisse sehr brauchbarer Sportplatz, der auch vom TSV und den Volksschülern benutzt wurde. Hier erlebte der Sportverein 09 einen mächtigen Aufschwung, der 1914 mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs unterbrochen wurde.

Vom 1. bis zum 2. Weltkrieg

Zu den Opfern des Krieges zählten auch 09er Mitglieder. Eher als nach dem 2. Weltkrieg normalisierte sich das Leben. Der Aufschwung des Vereins setzte sich fort. Mit dem Zugang von Sportlern des "wilden" Fußballclubs "Adler" Stieg die Mitgliederzahl auf etwa 300. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vereins waren aber immer noch sehr bescheiden.

Unter Einbeziehung eines de Myn´schen Nachbargrundstückes, konnte das Spielfeld parallel zur Straße gelegt und vergrößert werden. Das Gelände bot nun auch Übungsmöglichkeiten für die Leichtathleten. Hier wurden auch Volksfeste abgehalten. Dabei wurde regelmäßig ein Ochse am Spieß gebraten.

Die sportlichen Leistungen unserer Fußballer waren sehr beachtlich. Die interessanten Spiele waren meist gut besucht. Unsere Spieler waren so stark, dass sie sogar wagten, den damaligen Meister aus Mönchengladbach einzuladen, gegen den sie nur 3: 4 unterlagen. Nicht nur der Sportverein 09 und der TSV 79, sondern auch der Arbeitersportverein und die DJK nutzten den Platz.

In dieser Zeit fallen die Anfänge des Handballsports in Vorhalle. Der TSV spielte seit 1924. 1926 gründete sich der ESV Vorhalle mit einer guten Handballmannschaft, die jedoch 1929 mit einigen Sportlern zum Sportverein 09 übertrat. In diesen Jahren betätigte sich auch die DJK im Handball.

Die 09er erzielten in der höchsten westfälischen Klasse beachtliche Erfolge. Bei den Sportsfreunden aus Siegen, dem Endspielteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft in Hagen gegen PSV Berlin, unterlagen sie nur 2 : 3.

Im Jahre 1929 wurde die Gemeinde Vorhalle in die Großstadt Hagen eingemeindet. Die Turnhalle Funckenhausen, die noch heute gute Dienste tut, wurde allerdings noch von der Gemeinde Vorhalle errichtet.

Neue Sportplatzsorgen entstanden dadurch, dass Herr de Myn seinen Platzanteil für andere Zwecke nutzen wollte. Nun wurde das Spielfeld wieder verkleinert und wieder quer zur Ophauser Straße gelegt. Da der Platz nun nicht mehr den Anforderungen genügte, entstand trotz wirtschaftlich schwerer Zeit der Plan, eine neue Sportanlage zu bauen. Der Sportsfreund Karl Funcke stellte das Gelände zur Verfügung. Von 1931 ab arbeiteten nicht nur arbeitslose Mitglieder mit Geräten, die mit heute üblichen nicht zu vergleichen sind, bis sie unter großen finanziellen Opfern Anfang 1933 den Sportplatz Funckenhausen geschaffen hatten. Im Jahre 1933 gab die neue Regierung die Weisung, größere sportliche Gemeinschaften zu bilden. So schlossen sich alle Vereine von 1879 ( VTV ) zusammen.

Besonderen Auftrieb durch den Zusammenschluss erfuhr begreiflicherweise die Handballabteilung. Sehr reizvoll und gut besucht waren die wiederholten Spiele der zivilen Aktiven gegen die Soldaten unseres Vereins. Seit Einführung der Arbeitsdienstpflicht und der Wehrdienstpflicht standen immer weniger Fußballer und Handballer für den laufenden Spielbetrieb zur Verfügung. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges machte ihn bald ganz unmöglich.

Viele Mitglieder, darunter hoffnungsvolle Sportler, kehrten aus dem Krieg nicht zurück. Die überlebenden in Vorhalle mussten ihre Wohnungen den Zivilrussen zur Verfügung stellen. Erst im Herbst 1945 duften sie ihre Wohnungen wieder herrichten und beziehen.

Die Nachkriegszeit

Es ist nicht verwunderlich, dass erst im Jahre 1946 an das Wiederaufleben des Sports in Vorhalle wieder gedacht wurde. Mitglieder des vorigen Großvereins waren gewillt, die Zusammenarbeit fortzusetzen, und zwar unter dem neuen Namen Sportgemeinschaft Vorhalle von 1879. Nur mühsam kam der Spielbetrieb in Gang. Wider hieß es viel Idealismus aufzubringen in jener Zeit des Hungers und der Geldentwertung! "Kompensieren" war das Schlagwort! Unter diesem Motto ermöglichte es ein Vorhaller Unternehmer den Sportsfreunden, Ziegelsteine gegen Sportkleidung zu tauschen. Mit der Währungsreform setzte auch im Sport ein neuer Start ein.

Im gleichen Jahr 1948 machte sich der TSV von 1879 wieder selbständig. Der Verein entschloss sich trotzdem, den Namen Sportgemeinschaft weiterzuführen - selbstverständlich jetzt wieder in Verbindung mit dem Gründungsjahr 1909. Die DJK lebte bisher in Vorhalle nicht wieder auf, jedoch trat ab 1950 der ESV mit einer Fußballabteilung wieder in Erscheinung.

Im Jahre 1953 wurden Drainage und Platzdecke auf der Sportanlage in Funckenhausen erneuert. Der Bach an der Westseite wurde eingerohrt und das Platzgelände erweitert. Weitere Verbesserungen an der Platzdecke und an den Zuschauerplätzen erfolgten. Dazu auch der ansehnliche Zaun, den wir dem Besitzer, Herrn Funcke verdanken. Das neu erstellte Heim mit Brauseraum sollte in erster Linie dem Zusammenhalt der Mitglieder dienen.

Es würde zu weit führen, die Leistungskurven unserer Fußballer und Handballer während der Nachkriegszeit bis ins Kleinste nachzuzeichnen. Beide Abteilungen hatten zeitweilig ausgezeichneten Nachwuchs in ihren Jugendmannschaften. Die Handballer zeichneten sich durch große Beständigkeit aus. Nach dem Aufstieg 1956 in die Bezirksklasse sorgte die 1. Fußballmannschaft 1962 für eine große Überraschung, als sie den Westfalenligisten Hasper SV aus dem Pokal warf, und spielte immerhin bis 1966 sechs Spieljahre in der Bezirksklasse Hagen / Dortmund / Bochum. Mit ihrem 6. Pokalsieg 1967 erzielte sie für den Verein einen weiteren sportlichen Höhepunkt, als sie vor 1500 Zuschauern den Tabellenführer der Verbandsliga - SSV Hagen - mit 2:1 besiegte.

In den siebziger Jahren konnte mit Hilfe von Vorhaller Unternehmern und der eigenhändigen Arbeit von zahlreichen Mitgliedern ein Vereinsheim und eine Flutlichtanlage auf Funckenhausen errichtet werden. An die Sommerfeste von der SG Vorhalle 09 und dem TSV Vorhalle auf der Anlage erinnern sich viele Vorhaller sicherlich noch gern. Eine Tischtennisabteilung wurde gegründet.

Sportlich gehört für die Fußballer das Jahrzehnt wohl zu einem weitern Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Die A-Jugend wurde Kreismeister und kam nach dem sensationellem Heimsieg gegen den FC Schalke 04 unter die letzten acht Mannschaften, die den Deutschen Meister ausspielten. Sie schied dann allerdings, mit erhobenem Hauptes, gegen den VfL Bochum aus. Die erste Mannschaft kam nach sieben gewonnen Pokalspielen auf regionaler Ebene sensationell in die DFB Pokalhauptrunde. Von der Auslosung her war jetzt alles möglich, da u. A. die gesamte 1. Fußball Bundesliga in den Wettbewerb eintrat. Die Auslosung ergab: Westfalia Herne - SG Hagen-Vorhalle 4:0 (1:0)

Anfang der achtziger Jahre änderte sich das Erscheinungsbild des Vereins völlig. Die Handballer spielten längst nur noch in der Halle, die Unterhaltungs- und Renovierungskosten für die Kampfbahn Funckenhausen und das durch Unterspülung stark beschädigte Vereinsheim - weil auch die Bereitschaft der Mitglieder zur Eigenhilfe stark zurückgegangen war - waren nicht mehr aufzubringen. Die Mitglieder folgten der Empfehlung des Vorstandes zu einer völligen Neuorientierung des Vereins. Die Fußballer wechselten auf die neugebaute städtische Anlage am Vossacker, auf Funckenhausen wurde eine vereinseigene Tennisanlage errichtet. Eine Badmintonabteilung wurde gegründet. In dieser Zeit erfolgt die Selbständigkeit der Abteilungen unter dem bestehenden Namen SG Vorhalle 09.

Sportgemeinschaft Vorhalle 09 e.V. © 2019
Hosting: DEIN.media | Layout & Pfelge: Dennis Fröhlich - IT solutions